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Mutterplage,

oder Hysterie, ist ein Nervenübel, mit welchem bejahrte
Jungfrauen und Frauen befallen werden, die noch
nie, oder längere Zeit hindurch, keine Kinder gehabt
haben. Sie leiden an Blähungsbeschwerden, Auf=
treibung des Unterleibes, an Reizbarkeit und Em=
pfindlichkeit, und Freude und Traurigkeit wir=
ken gleich stark auf sie. Kopfschmerzen, Schwindel,
Sausen vor den Ohren, und Ohnmachten, sind die
gewöhnlichen Plagen, an denen sie leiden, und diese
rühren von Mangel an Verdauung, Übelkeit,
Mangel an Appetit, Aufstoßen, Magenkrampf,
Verstopfung oder Durchfall her.

Heilmittel dieses Uebels sind:  höchste
Vorsicht und Behutsamkeit im Essen und Trinken,
und häufiger Genuß der Frischen Luft und Bewegung
in ihr. — Sie dürfen nicht lange schlafen, keine
warmen erschlaffenden Getränke genießen, — müssen
bisweilen magenstärkende Mittel gebrauchen — und
auch bisweilen Baldriantropfen, 15 bis 20 Tro=
pfen an einem Tage, einnehmen. — Auch Kli=
stiere von starkem Kamillenthee, Leinöl und Salz
sind ihnen dienlich. — Bei Krämpfen sind ihnen
lauwarme Bäder und Senfpfalster an den Fußsohlen
oft heilbringend. — Sind solche Personen nicht ei=
gensinnig, so heilen sie sich in den meisten Fällen
durch diese Mittel; — sollte das Übel aber
doch nicht weichen, so kann nur der Arzt Rathschlä=
ge und Vorschriften geben, die sie aber dann treulich
befolgen und nicht zu jedem Mittel greifen müssen,
das ihnen gerathen wird, wozu die Meisten, die an

dieser Krankheit leiden, große Neigung haben, und
wodurch sie sich nur noch elender und oft unheil=
bar machen.

 

 

 

Mutterplage oder Hysterie

 

 

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